Mit dem Erweitern und dem Umzug unseres Wohnbereichs für Menschen mit Demenz vor drei Jahren wurde entschieden, dass zu diesem Konzept auch ein geschützter Garten gehört.

Es war klar, dass die Planung eines Demenzgartens nicht nach unserem heutigen Geschmack erfolgen kann. Daher stellte sich die Frage wie die Wohnsituation unserer Bewohner in ihrer Jugend und Kindheit war. Nach einer Befragung von Bewohnern erzählten uns diese, dass in vielen Familien ein großer Nutzgarten vorhanden war, in dem neben ein paar Hühnern und einem Hasenstall auch selbstverständlich Obst und Gemüse angebaut wurde. Dazu gehörte natürlich auch die Verarbeitung.  Das bedeutete auch, dass sich der Speiseplan nach dem jahreszeitlichen Angebot des Gartens richtete. Damit für den Sonntagstisch auch ein kleiner Blumenstrauß auf dem Tisch stehen konnte, wuchsen ähnlich dem klassischen Bauerngarten, auch robuste Blumen. Um unseren Bewohnern dieses Daheimgefühl zu ermöglichen wurde das Konzept des Gartens genau an diese biographischen Grundlagen konzipiert und an die physischen Voraussetzungen unser Bewohner angepasst.

In unserem Nutzgarten mit klassischem Gartenhaus wird Gemüse wie z.B. Kartoffeln und Bohnen angebaut, daneben gibt es Himbeeren und Kräuter für die Küche und zum Tee kochen. Da es für viele nicht mehr möglich ist, sich in die Beete zu bücken wird in den Hochbeeten mit dem Anbau von z.B. Salat, Kohlrabi und Kräutern der Gemüsegarten in geeigneter Höhe nachgebildet. Hier kann man die Pflanzen anfassen, fühlen, riechen und auch etwas mitzupfen und bei der Ernte helfen. Bei einem Rundgang durch den Garten spenden klassische Obstbäume wie Apfel und Kirsche Schatten. Jetzt im Herbst ist Erntezeit und es wird Apfelmus gekocht, Bohnen geschnippelt und aus den geernteten Kartoffeln wird Kartoffelsalat gemacht.

Unzählige Blumen in Form von Sträuchern, Stauden und Blumenzwiebeln begleiten unsere Bewohner durch das Jahr und spiegeln damit die Jahreszeiten wieder. Angefangen von den Schneeglöckchen, über Forsythien, Flieder, Phlox, Bauernhortensien bis zum Apfelbaum und natürlich auch den Blumenkästen, die im Sommer mit Geranien oder Herbst mit Stiefmütterchen bepflanzt sind. Da sich der Garten über das Jahr ständig verändert ist immer etwas „los“, weshalb es sich lohnt einen Spaziergang, alleine oder in Begleitung zu unternehmen.

Falls Sie Interesse an dem Garten gefunden haben, können Sie sich gerne durch eine kleine Patenschaft in das weitere Gelingen des Gartens einbringen und uns dabei unterstützen.