Stricken verbindet – gemeinsam statt einsam: Die ehrenamtliche Strickgruppe des AWO Seniorenzentrums Remeyerhof in Worms zeigt, wie aus einer kleinen Idee ein lebendiger Treffpunkt für Menschen aus dem Quartier und Bewohner*innen des Seniorenzentrums entstehen kann.
Die Gruppe entstand 2024 zunächst in kleinem Rahmen in einer Wohnküche des Seniorenzentrums. Durch die Vorstellung im Café Kultur nahm die Mund-zu-Mund-Propaganda schnell ihren Lauf. Immer mehr Menschen wurden aufmerksam, sodass die Gruppe bereits nach kurzer Zeit in die Cafeteria umziehen konnte. Heute treffen sich alle zwei Wochen donnerstags über 20 Teilnehmer*innen zum gemeinsamen Stricken, Häkeln, Kaffeetrinken und Austausch.
Nachdem das Café durch den Wegfall des Pächters nicht mehr als lebendiger Begegnungsort genutzt wurde, hat die Strickgruppe diesen Raum wieder mit Leben gefüllt. Hier begegnen sich Menschen unterschiedlicher Generationen und Kulturen. Das gemeinsame Handwerk verbindet, schafft Austausch und lässt Unterschiede in den Hintergrund treten.
Die Gruppe wirkt Einsamkeit entgegen und schafft Teilhabe für Bewohner*innen des Seniorenzentrums ebenso wie für Menschen aus der Nachbarschaft. Über die regelmäßigen Treffen hinaus organisiert sie Basare und Verkaufsstände auf Weihnachtsmärkten. Die Erlöse aus gestrickten Socken, Mützen und Handschuhen fließen zurück in die Gemeinschaft. So konnten unter anderem schon 2 Mal eine Eistheke für die Bewohner*innen, Gäste und Kita ausgeliehen, ein Baum gepflanzt und Veranstaltungen wie ein Konzert ermöglicht werden. Auch wohnungslose Menschen wurden mit gestrickten Mützen und Socken unterstützt.
Mit diesem besonderen Engagement hat sich die Strickgruppe für den Deutschen Nachbarschaftspreis beworben. Die Gruppe zeigt eindrucksvoll: Ein gemeinsames Hobby kann Begegnung schaffen, Nachbarschaft stärken und einen Ort wieder zum Leben erwecken.
