Ein Gespräch mit Kita-Leitung Maimouna Camara
Oft denken wir bei Solidarität an große Gesten oder außergewöhnliche Hilfsaktionen. Doch manchmal geschieht sie im Kleinen. Genau das konnte ich vor einigen Wochen in unserer AWO Kita Rappelkiste in Osthofen beobachten. Ein Kind sagte auf dem Flur zu einem anderen: „Hallo, ich habe dich heute noch gar nicht gesehen. Schön, dass du da bist.“ Die beiden lächelten sich an und gingen gemeinsam weiter. Dieser Moment war nicht geplant und doch zeigte er genau das, was wir den Kindern jeden Tag mitgeben möchten: Aufmerksamkeit, Wertschätzung und das Gefühl, dazuzugehören.
„Solidarität bedeutet für mich auch, Verantwortung gemeinsam zu tragen.“
Das spürte sie besonders, als sie die Leitung der Kita übernahm. „Obwohl ich das Team bereits seit vielen Jahren kenne, fühlte sich dieser Schritt noch einmal ganz anders an. Plötzlich waren da Fragen, Zweifel und die Sorge, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Umso wertvoller war die Erfahrung, diesen Weg nicht allein gehen zu müssen. Mein Team stand hinter mir, die Eltern stärkten mir den Rücken, und ich habe erlebt, wie viel Sicherheit entsteht, wenn Menschen füreinander einstehen.“
Diese Haltung prägt den Kita-Alltag. Sie zeigt sich in den vielen Menschen, die vor Ort unterstützen. So hilft uns der Bauhof der Stadt Osterhofen beispielsweise immer wieder unkompliziert und verlässlich, wenn wir Unterstützung benötigen. Dank viel Herzblut und ehrenamtlichem Einsatz kann unsere Kita eine musikalische Früherziehung anbieten. Ebenso wirkt der in diesem Jahr durchgeführte Trommelworkshop bei den Kindern bis heute nach. Sie singen die gelernten Lieder, trommeln und beziehen alle mit ein. Ein solches Engagement ist nicht selbstverständlich und die gemeinsamen Erlebnisse zeigen, wie ein Zugehörigkeitsgefühl entstehen kann.
Kinder lernen nicht nur durch Worte
„Sie lernen vor allem durch das, was sie erleben“, so Maimouna Camara. Wenn wir respektvoll miteinander umgehen, einander unterstützen und jedem Menschen zeigen, dass er willkommen ist, geben wir etwas mit, das weit über den Kita-Alltag hinausreicht. Vielleicht beginnt Solidarität tatsächlich mit einem ehrlichen Lächeln, gemeinsam getragener Verantwortung und dem Gefühl, das wir anderen mit den Worten „Schön, dass du da bist“ schenken können.