Blog der AWO Rheinland

Ein Jahr Betroffenenberatung Rheinland-Pfalz

Betroffenenberatung RLP

Solidarität, Gerechtigkeit und das konsequente Eintreten gegen Ausgrenzung und Gewalt gehören zum Selbstverständnis der AWO und der Betroffenenberatung

Mit der Übernahme der Trägerinnenschaft der Betroffenenberatung Rheinland-Pfalz zum 1. Januar 2025 hat die AWO Rheinland ihre Werte in eine weitere konkrete Praxis übersetzt. Gemeinsam mit dem Verein für Demokratiebildung Wertzeug e. V. aus Mainz trägt sie seit mehr als einem Jahr die Verantwortung für ein landesweites Angebot, das Menschen unterstützt, die von rechter, rassistischer oder antisemitischer Gewalt betroffen sind. Koordiniert durch das Demokratiezentrum Rheinland-Pfalz, war das Projekt für beide Projektpartner*innen eine organisatorische Herausforderung. Es galt Prozesse zu definieren und Zuständigkeiten festzulegen. Für die AWO Rheinland war dabei von Beginn an klar: Im Mittelpunkt der Arbeit steht die parteiliche, verlässliche Unterstützung der Betroffenen. Trotz struktureller Herausforderungen gelang es, die inhaltliche Arbeit kontinuierlich fortzuführen und weiterzuentwickeln. Die Zusammenarbeit zwischen AWO Rheinland und Wertzeug e. V. ist dabei geprägt von gegenseitigem Vertrauen, einem gemeinsamen fachlichen Anspruch und einer klaren Werteorientierung. Die beiden Beratungsstellen in Rheinland-Pfalz unterstützen ihre Klient*innen unter anderem durch psychosoziale Begleitung, Hilfe im Umgang mit Behörden, Informationen zu Rechten und Ansprüchen sowie durch die Vermittlung weiterer Unterstützungsangebote. Die Beratung erfolgt kostenfrei, vertraulich und parteilich: drei Grundprinzipien, die eng mit dem Selbstverständnis der AWO Rheinland verbunden sind. Im ersten Jahr fand die Arbeit der Betroffenenberatung auch überregional große Anerkennung. So kam aus dem Bundesverband der Betroffenenberatungsstellen viel positives Feedback für das Engagement und die fachliche Qualität. Die Mitgliedschaft im Bundesverband wird angestrebt und ist ein weiterer wichtiger Schritt zur langfristigen fachlichen Verankerung. Für das laufende Jahr setzt die Betroffenenberatung klare Schwerpunkte. Neben der kontinuierlichen Unterstützung von Betroffenen soll die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt werden. Ein besonderes Anliegen ist es, stärker auf die Todesopfer rechter Gewalt in Rheinland-Pfalz aufmerksam zu machen. Die Dringlichkeit dieser Arbeit zeigt sich nicht zuletzt darin, dass es im Jahr 2025 zu einem Mordversuch im Zuständigkeitsbereich der Beratung kam. Mit der Betroffenenberatung Rheinland-Pfalz übernehmen AWO Rheinland und Wertzeug e. V. Verantwortung für Betroffene, für gesellschaftlichen Zusammenhalt und für eine solidarische, demokratische Zukunft.

Für inhaltliche Aussagen und Meinungsäußerungen tragen die Publizierenden dieser Veröffentlichung die Verantwortung.

Die Betroffenenberatung Rheinland-Pfalz wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und durch das Demokratiezentrum Rheinland-Pfalz im Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung (LSJV) koordiniert.

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