Im Dezember 2025 war es soweit: Nach rund eineinhalb Jahren Verhandlungszeit, 15 Verhandlungsrunden, zahlreichen Überarbeitungen des Tarifwerks und unzähligen Abstimmungen wurde der Haustarifvertrag von ver.di und Michaela Naunheim, Vorständin des Bezirksverbands und Geschäftsführerin der AWO Altenhilfe GmbH, sowie Olga Bestvater und Jan Hagen, Geschäftsführung der AWO Dienstleistungs- und Service-GmbH, unterzeichnet. Er trat zum 1. Januar 2026 in Kraft und damit ist erreicht, was von Beginn an die Zielsetzung war: ein Haustarifvertrag für alle Beschäftigten des Unternehmensverbunds AWO Rheinland, unabhängig vom Einsatzort oder Aufgabenbereich, mit einheitlichen und verlässlichen Arbeitsbedingungen.
Das Inkrafttreten des Haustarifvertrags markiert einen wichtigen Meilenstein
Der Tarifvertrag bringt konkrete Veränderungen mit sich: Unter anderem wurden neue Zulagen, angepasste Zuschläge, überarbeitete Entgelttabellen sowie klar geregelte Überleitungsgrundsätze festgelegt. Besonders wichtig ist der AWO Rheinland die transparente Abbildung von Berufserfahrung und Betriebszugehörigkeit. Diese Faktoren werden künftig für alle Mitarbeitenden nachvollziehbar berücksichtigt. Damit stehen wir klar zu unserer Haltung, Erfahrung und Verlässlichkeit angemessen wertzuschätzen. Ungleichbehandlungen aus unterschiedlichen Tarifgrundlagen der Vergangenheit werden schrittweise abgebaut. Eines ist auch klar: Nicht alle Wünsche konnten erfüllt werden. Es gab Grenzen, finanziell wie strukturell. In den Verhandlungen mit ver.di wurden bewusst Prioritäten gesetzt, um ein tragfähiges Konzept in die Umsetzung zu bringen und als attraktive Arbeitgeberin Menschen langfristig zu binden und zu gewinnen.
Gelebte Sozialpartnerschaft und transparente Kommunikation
Seit der erfolgten Tarifeinigung im Jahr 2024 wurden unterschiedliche Interessen klar benannt, Positionen vertreten und Kompromisse gesucht. Sozialpartnerschaft heißt für uns nicht Einigkeit um jeden Preis, sondern Respekt, Verbindlichkeit und die Bereitschaft, Verantwortung für das Gesamtergebnis zu übernehmen. Gerade in Zeiten hoher Anforderungen an soziale Träger*innen ist diese Form der Zusammenarbeit unverzichtbar. Die Inhalte des Tarifvertrags sind komplex und in vielen Teilen für die AWO Rheinland neu. In vielzähligen Informationsveranstaltungen in den Einrichtungen wurde transparent informiert und Raum für Rückfragen und Orientierung in diesem wichtigen Veränderungsprozess gegeben.
Blick in die Zukunft und Dank
Der Haus-Tarifvertrag schafft eine verlässliche und sichere Basis für die bereits verhandelten Jahre 2026 und 2027. Unsere Perspektive reicht aber darüber hinaus: Ziel ist der Aufbau einer Tarifgemeinschaft mit unserem Schwesterverband AWO Pfalz, an dessen Tarifvertrag sich die Verhandlungen orientiert haben. An dieser Stelle gilt unser Dank allen Beschäftigten für ihr Vertrauen, ihre Geduld und ihre Unterstützung dieses anspruchsvollen Prozesses. Ein besonderer Dank richtet sich an die Mitglieder der Verhandlungs- und Tarifkommissionen sowie an alle Kolleg*innen, die die Verhandlungen fachlich und organisatorisch begleitet haben. Ihr Engagement und ihre Bereitschaft zum konstruktiven Austausch haben dieses Ergebnis möglich gemacht. Gemeinsam haben wir eine Grundlage geschaffen, die trägt und Raum für Weiterentwicklung lässt.