Die Hochwasserhilfe Kampagne startet 2026 in die nächste Runde; in diesem Zuge war Lina Bechtoldt, die die Sozialberatung vor Ort durchführt, mit einem von der Flut Betroffenen im Gespräch
Peter Fischbach aus dem Stadtteil Hemmessen in Bad Neuenahr-Ahrweiler kannte die AWO schon vor der Flut. Seit der Katastrophe hat er die Anfänge im Container neben dem Kurpark, den Umzug in die Beethovenstraße und nun den Ausbau des QuartiersTreffs in der Mittelstraße live mitverfolgt. Wenn er nicht gerade selbst bei der Tafel in Ahrweiler oder anderen Projekten aktiv ist, besucht er gerne mit seiner Frau den AWO QuartiersTreff, um sich auszutauschen und das bunte Angebot vor Ort zu nutzen.
Im Gespräch mit Frau Bechtoldt erinnerte sich Peter Fischbach. Das ehemalige Haus der Familie Fischbach stand nur ca. 25 Meter von der Ahr entfernt. „Das Haus war vollgelaufen bis unter die Erdgeschossdecke, sodass alles, was sich im Erdgeschoss und im Keller befand, vollständig überflutet und fast gar nicht mehr zu gebrauchen war“, so Peter Fischbach. Elementarversichert war die Familie nicht, weswegen die entstandenen immensen Schäden zunächst nicht durch eine Versicherung abgedeckt waren. Da das Wasser in dem Haus noch funktionierte, konnte die Familie zunächst im Obergeschoss ihres flutbetroffenen Hauses bleiben und sich im Gästezimmer einrichten. Zu einem späteren Zeitpunkt zogen sie dann in eine neue Wohnung um. Peter Fischbach erzählt: „Wir haben Verschiedenes wieder angeschafft. Wir hatten ja keine Betten, keine Schränke, keinen Hausrat. Auch Schuhe und Kleidung blieben uns keine. Schuhe haben wir dann von den Nachbarn bekommen.“ Durch die finanzielle Unterstützung der ISB Bank und verschiedener Träger*innen, wie auch der AWO Rheinland, konnten sich die Fischbachs wieder einen Grundstock an Hausrat anschaffen.
Seit Beginn der Hochwasserkatastrophe ist das Beratungsteam in Bad Neuenahr-Ahrweiler vor Ort im Einsatz. Insgesamt konnten bisher über 5.000 Haushalte durch Finanzhilfen – rund 11 Millionen Euro an Spendengeldern wurden ausgezahlt – unterstützt werden. Da auch noch viereinhalb Jahre nach der Flut nicht alle Betroffenen einen Antrag auf finanzielle Unterstützung gestellt haben, geht das Engagement des Teams 2026 weiter und die Möglichkeit zur gemeinsamen Antragstellung besteht weiterhin. Gemeinsam mit der Aktion Deutschland Hilft und der AWO International e. V. stehen wir noch bis 2027 an der Seite der Menschen im Ahrtal. Das Hochwasserteam bietet finanzielle Unterstützung durch Haushaltsbeihilfen und Härtefallregelungen, Sozialberatung und psychosoziale Unterstützungsangebote. Darüber hinaus besteht im AWO QuartiersTreff und bei Ausflügen in der Region die Möglichkeit zur Begegnung.
Sie haben Fragen? Dann melden Sie sich gerne bei unserer Kollegin Lina Bechtoldt.